Warum ich manche Brand Books hasse – und wie es besser geht
Ein Brand Book ist die visuelle Grundlage deiner Marke. Es übersetzt Werte, Haltung und Vision in Gestaltung – in Farben, Bilder, Typografie und Komposition. Im besten Fall schafft es Klarheit. Für dein Team, für neue Mitarbeiter:innen und für alle, die mit deiner Marke arbeiten.
Und trotzdem: Ich sage es ganz bewusst. Ich hasse manche Brand Books.
Das Problem: Zu eng, zu starr, zu wenig Spielraum
In den letzten 15 Jahren ist mir immer wieder das Gleiche aufgefallen: Viele Brand Books sind zu restriktiv aufgebaut.
Sie definieren jede Anwendung bis ins Detail. Jede Farbe, jede Kombination, jede Gestaltung scheint festgeschrieben.
Was auf den ersten Blick nach Klarheit aussieht, führt in der Praxis oft zu einem Problem: Es bleibt kein Raum mehr für Entwicklung.
Wenn Gestaltung zum Regelwerk wird
Ein Brand Book wird häufig wie ein Gesetzbuch behandelt.
Dabei sollte es eigentlich ein Arbeitswerkzeug sein.
Zu enge Vorgaben hemmen den kreativen Prozess. Besonders in der Zusammenarbeit zwischen Marketing und Design.
Ideen entstehen nicht mehr, sondern werden abgeglichen. Gestaltung wird nicht entwickelt, sondern verwaltet. Genau hier verliert eine Marke an Lebendigkeit.
Was ein gutes Brand Book leisten sollte
Ein Brand Book sollte Orientierung geben
Es braucht:
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klare Leitlinien
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ein gemeinsames Verständnis
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eine visuelle Richtung
Aber gleichzeitig auch:
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Spielraum für neue Ideen
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Flexibilität für unterschiedliche Anwendungen
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Entwicklungsmöglichkeiten im Alltag
Denn Marken sind nicht statisch.
Sie verändern sich – mit dem Unternehmen, mit den Produkten und mit den Anforderungen.
Zusammenarbeit statt Kontrolle
Ein gutes Brand Book entsteht nicht isoliert. Es entwickelt sich im Austausch zwischen Marketing und Design.
Wenn beide Seiten gemeinsam daran arbeiten, entsteht ein Verständnis, das über Regeln hinausgeht.
Dann wird das Brand Book nicht zur Einschränkung, sondern zur Grundlage für bessere Entscheidungen.
Mein Blick aus der Praxis
In meiner Arbeit nutze ich Brand Books immer als Basis – aber nie als starres Regelwerk.
Mir ist wichtig, dass sie Orientierung geben und gleichzeitig genug Raum lassen, um Gestaltung weiterzuentwickeln.
Denn genau dort entsteht die Qualität: im Zusammenspiel von Klarheit und Freiheit.
Fazit
Ein Brand Book sollte deine Marke stärken.
Wenn es zu starr wird, verliert Gestaltung an Wirkung.
Wenn es zu offen ist, fehlt die Richtung.
Die Balance liegt dazwischen: in Klarheit, Verständnis und einem System, das mit deiner Marke mitwachsen kann.



